Was uns bewegt und wofür wir eintreten

(07/21)

Esther Bejarano, Überlebende der Konzentrationslager Ausschwitz und Ravensbrück, unermüdliche Kämpferin gegen das Vergessen, gegen Rassismus und Antisemitismus und Herz und Sängerin der Band „Bejaranos & Microphone Mafia“ ist in der Nacht zum 10. Juli 2021 gestorben.

Esther, wir werden dich sehr vermissen. Möge dir die Erde leicht sein.

Bei einem Auftritt im September 2020 in Bielefeld.

Weiteres unter: https://www.auschwitz-komitee.de/

(06/21)

Mahnwache 22.05 um 13.30 Uhr am alten Kran (Fischmarkt), Lüneburg

https://unserwasser-bi-lueneburg.de

(03/21) Heraus zum 8. März!
–    gemeinsam auf die Straße gehen: Kommt auf unsere Demonstration in Lüneburg am
7. März, startend um 14 Uhr am Clamartpark!

Der 8. März ist für uns als Frauen, Lesben, inter, nicht binäre, trans
und ageschlechtliche Personen – im Anschluss an historische Kämpfe von
Feminist*innen überall auf der Welt – feministischer Kampf- und
Streiktag. Kampf und Streik gegen Patriarchat, Sexismus,
Transfeindlichkeit, Antifeminismus. Für das Recht auf Selbstbestimmung
über unsere Körper, Partnerschaften, Familienplanung,
Geschlechtseinträge, unsere Tätigkeiten und unsere Lust.

Seit Jahrzehnten gehen FLINTA* an diesem Tag auf die Straße, um ihre
Erfahrungen und die gesellschaftlichen Missstände, denen sie täglich
ausgesetzt sind, sichtbar zu machen. Wir FLINTA* erfahren Gewalt in
Familie und Partnerschaften. Wir werden am Arbeitsplatz, unter Freunden
und in der Öffentlichkeit belästigt. Unsere Arbeit wird schlechter
bezahlt, unsichtbar gemacht und abgewertet. Aufgrund unseres Geschlechts
werden wir schlechter behandelt, nicht wahr- oder ernstgenommen oder gar
nicht erst anerkannt. Und das in Deutschland und weltweit. Schon vor der
Pandemie und heute umso stärker. Deshalb sagen wir: Die Krise steckt im
System – Gemeinsam gegen Kapitalismus und Patriarchat.

Deshlab rufen wir euch zum 8. März dazu auf:

–    auf feministsiche Kämpfe aufmerksam zu machen: Hängt in der Woche
vor dem 8. März Lila Stoffe oder Banner mit sprüchen aus dem fenster
oder an den Gartenzaun.

–    euch zu vernetzen und empowern: Macht was euch gut tut und euch
Kraft gibt. Vielleicht ein Besuch eim digitalen FLINTA* Barabend oder
der Release Party unseres Readers. Oder vielleicht habt ihr Lust selbst
(alleine oder mit einer Gruppe) aktiv zu werden? Kommt gerne mal in eine
Vollversammlung, oder hört euch den Vortrag zu Sicherheit im Aktivismus
an.

–    euch zu bilden und voneinander zu lernen: Kommt zum Beispiel zum
Vortrag von Genoss*innen von fe.trails und aus der kurdischen
Frauenbefreiungsbewegung, dem Einführungsvortrag zu
Schwangerschaftsabbrüchen oder zu Patriarchaler Gewalt. Oder lest und
diskutiert eure Beiträge in unserem Bündnis Zine “Take up space”.

–    die Arbeit zu bestreiken, wo es möglich ist: Legt am 8. März die
Füße hoch, putzt und kocht nicht und lasst euren Partner oder männliche
Freunde auf die Kinder aufpassen. Kommt mit uns zur Streik-Kundgebung in
Hamburg und nutzt gerne under Kinderbetreuungsangebot. Auch auf dem
Arbeitsplatz und auch bei der “emotionalen Arbeit” in Beziehungen kann
gestreikt werden, mehr Infos hier: https://fstreikhamburg.org/streiken/

–    gemeinsam auf die Straße gehen: Kommt auf unsere Demonstration in Lüneburg am
7. März, startend um 14 Uhr am Clamartpark!

8. März 2021

(02/21)

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Heute morgen haben wir Bilder zu Erinnern und Gedenken an die rassistischen Morde in Hanau heute vor einem Jahr aufgestellt,
davor Blumen und Kerzen.
Wir trauern um

Ferhat Unvar

Hamza Kurtović

Said Nesar Hashemi

Vili Viorel Păun

Mercedes Kierpacz

Kaloyan Velkov

Fatih Saraçoğlu

Sedat Gürbüz

Gökhan Gültekin


und gleichzeitig um alle Opfer rassistischer, antisemitischer, faschistischer Anschläge.


Erinnerung!
Gerechtigkeit!
Aufklärung!
Konsequenzen!

Ein Jahr nach dem rassistischen Morden in Hanau

19. Februar 2021, 16-18 Uhr, Marktplatz Lüneburg
Am 19. Februar jährt sich zum ersten Mal der rassistische Anschlag in Hanau.  Die Überlebenden wünschen sich von uns nicht nur Beistand in der Trauer. Gemeinsam wollen wir gemeinsamen Druck entwickeln, um ihre Forderung durchzusetzen. Deshalb finden am 19. Februar 2021 bundesweit Kundgebungen, Demonstrationen, und Gedenkaktionen statt! Für politische Konsequenzen und das die Namen der Opfer unvergessen werden.
Während der Kundgebung sind ausschließlich die Stimmen der Überlebenden, Angehörigen und Freund:innen zu hören. Mittels Audioaufnahmen werden die Stimmen aus Hanau in Lüneburg zu hören sein. Es ist vor allem der Initiative 19. Februar Hanau zu Verdanken, dass über die neun Opfer der Mordtat gesprochen und berichtet wird und eben nicht über den Täter. Auch wir wollen dazu beitragen, dass das Gedenken an die Toten und die Wut und Trauer der Überlebenden, Angehörigen und Freund:innen nicht in Vergessenheit gerät. Wir klagen an und fordern Taten statt Worte: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen!

Zusammen wollen wir mit einer Kundgebung das Gedenken an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültek in Lüneburg sichtbar machen.
— Bitte denkt an eine Maske. Es werden FFP2-Masken gegen Spende bereitgestellt. Haltet Abstand. Bringt gerne ein Glas mit einem Teelicht oder eine andere Art von Kerze mit. —

https://www.facebook.com/events/129873465674934/

https://19feb-hanau.org/
Banner "#unfugbleibt"

(05|20) Solidarität mit dem Lüneburger Wohnprojekt Unfug

Vor mehr als zwei Jahren entstand das Wohnprojekt Unfug im Stadtteil Kaltenmoor. Genau wie unser Wohnprojekt, die FLUSE, wurde es nach dem Konzept des Mietshäuser Syndikats realisiert. Die Bewohner*innen bauten nach Erwerb der Immobilie das Haus so um, dass es barrierefrei ist. Mittlerweile leben auf dem Grundstück zehn Erwachsene und zwei Babys in einem Einfamilienhaus und sechs Bauwägen.

Doch u.a. an eben jenen Bauwagen stört sich die Stadt! Nach Monaten der Verhandlung hat diese nun angekündigt, das Gelände am 01.07.2020 räumen zu lassen – in einer Zeit, in der es wichtiger denn je ist, sich zu solidarisieren und einander zu unterstützen!

Die bisherigen Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister Mädge, der Stadtverwaltung und dem Stadtrat, das Leben im Bauwagen an Ort und Stelle langfristig zu ermöglichen, sind erfolglos geblieben. Die Argumente der Stadt Lüneburg wie zum Beispiel, dass die Genehmigung der Bauwägen zu einer sogenannten Splittersiedlung* führen könnte oder dass das Grundstück in der Konrad-Adenauer-Straße im Außenbereich liegt, wo nur unter strengen Voraussetzungen gebaut werden dürfe, erscheinen uns sehr fragwürdig. Der Ermessensspielraum für die Bewertung des Projektes blieb bisher ungenutzt. Dass es bisher keine Lösung für den Konflikt um die angebliche „Illegalität“ der Bauwägen und der Nutzung und des Umbaus von Nebengebäuden auf dem Grundstück gibt, ist wohl eher eine Frage des Unwillens seitens der Stadt als der nachvollziehbaren Begründungen. Warum wird gerade das Unfug-Gelände als unbebaubar deklariert? Geht es hier tatsächlich um bauliche Fragen oder um das links-politische Engagement der Bewohner*innen?

Wir sehen das Wohnprojekt Unfug als einen Ort, an dem Menschen gerne zusammenleben. Die Bauwägen bieten dabei die Möglichkeit, unterschiedliche Wohnformen zu realisieren und für alle Bewohner*innen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – der in Lüneburg bekanntlich immer knapper wird. Durch ihr Engagement im Stadtteil und ihre aktive Teilhabe am Stadtleben ist Unfug unverzichtbar. Das Projekt durch eine Räumung zu zerstören, wäre ein Einschlag in ein lebendiges und vielfältiges Lüneburg. Und ist diese Vielfalt nicht auch das Ziel unserer Stadt, die sich so gern damit rühmt?

Wir fordern den Oberbürgermeister und die Stadt Lüneburg daher dazu auf, die Verhandlungen fortzuführen! Wir fordern die Legalisierung der Bauwägen, die Änderung der Flächennutzungspläne und die Erteilung einer Baugenehmigung. Wir fordern den OB und die Stadt Lüneburg dazu auf, Möglichkeiten zu schaffen, dieses tolle Wohnprojekt weiterhin bestehen zu lassen. Denn ohne die Bauwägen wird es keinen bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen von Unfug geben!

Unfug bleibt! Aktionstag am 30. Mai

Zeigt auch ihr euch solidarisch mit dem Wohnprojekt Unfug.
Nehmt Teil an dem Aktionstag, welcher am 30.05. stattfinden wird!
Nähere Informationen findet ihr auf unfug-lg.de.

*Eine Splittersiedlung ist gekennzeichnet durch:
In einem engeren Bereich liegende Bauten,
  • die in keiner organischen Beziehung zu den im Zusammenhang bebauten Ortsteilen liegen,
  • die selbst keinen im Zusammenhang bebauten Ortsteil darstellen,
  • die in keiner organischen Beziehung zu einem Ortsteil stehen und/oder
  • die sich nicht in die geordnete städtebauliche Entwicklung einfügen